Webcam geht nicht mehr – Lenovo E550

Beim Kunden geht auf einmal die Kamera nicht mehr – das ist zu Corona Zeiten recht ärgerlich, wenn man auf einmal nicht mehr an Zoom Konferenzen teilnehmen kann.

Naiver Ansatz: Kamera deinstallieren (über Windows-X – Geräte-Manager, Rechtsklick auf die Kamera, deinstallieren, ja, Treibersoftware löschen)
Zunächst alles gut, es scheint zu funktionieren, und die Kamera geht wieder – aber nur bis zum nächsten Reboot – da gibts ein Update von Microsoft, das wird schnell installiert und die Kamera geht wieder nicht mehr. Tolle Wurst.
Naja, vielleicht hat Lenovo einen neuen Treiber – ja haben sie, den installiert, aber das hilft nichts, das Fehlerbild bleibt wie es ist – Kamera geht nicht.

Die Kamera-App von Windows spuckt immerhin eine Fehlermeldung aus: Active Camera unplugged 0xA00F4289 (0xC00D3EA2).
Damit Google gefüttert – und siehe da – es gibt ein YouTube Video – wie üblich recht langatmig – https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=Qwu_GqW6VUI – aber der Tipp funktioniert:
Mit Regedit unter /HKLM/Software/Microsoft/Windows Media Foundation/Platform einen DWord Key erzeugen, der ‚EnableFrameServerMode‘ heissen muss – und gleich auf 0 stehen lassen, damit dieser tolle FrameServerMode eben genau nicht aktiv ist vermutlich.

Bei dem Rechner funktionierts jedenfalls.

Datenrettung mit ddrescue

Falls die Platte ihres Computers am abstürzen ist – es ist zwar spät, aber vielleicht noch nicht zu spät.

Zunächst brauchen wir eine Kopie der Platte – damit die Reparaturversuche nicht auf defekter Hardware stattfinden müssen. Das Problem daran ist, dass die Platte vielleiocht gar nicht kopiert werden kann, weil dabei Fehler auftreten. Normalerweise würde das Betriebssystem versuchen, die Daten von der Platte der Reihe nach zu lesen – und damit immer wieder auf den Fehler laufen, den es dann nicht lesen kann.

Das Problem lässt sich umgehen, in dem zunächst mal alles gelesen wird, was _nicht_ zu Problemen führt. Das Programm, das sowas kann, heisst ddrescue und liest zunächst bis zum ersten Fehler. Dann geht es ganz ans Ende der Platte und liest rückwärts bis zum ersten Fehler. Danach wird versucht, ob es vielleicht zwischen diesen beiden Fehlern noch ‚Inseln‘ lesbarer Daten gibt. Dazu erstellt das Programm einen ‚Karte‘ der Platte und versucht so nach und nach soviel wie möglich der Platte zu lesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ddrescue

Das geht natürlich nur mit einem Computer, der zusätzlich zu der defekten Platte auch noch eine Platte hat, auf der die erfolgreich gelesenen Daten gespeichert werden können. Dieser ganze Prozess kann durchaus 1 Tag und auch mehr dauern, je nach Umfang der beschädigten Daten. Der Prozess kann auch unterbrochen und später wieder fortgesetzt werden, wenn man dafür sorgt, dass die ‚Karte‘ mit erhalten bleibt. Mit Glück dauert der Prozess auch mal nicht so lang.

ddrescue <optionen> <quelle> <ziel> <map> –

Konkret: ddrescue -r 5 /dev/sdd1 /data/p1.img /data/p1.map